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Ein voller Erfolg: Der neue Kurs „Drachenboot fahren“

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Ein Nachmittag im Spätherbst: Zehn Frauen sitzen in einem Drachenboot auf der Regattastrecke der Dove-Elbe und warten auf das Start-Signal. Es ist der Tag des Saison-Abschlussrennens. Die „Hamburg Pinx“ – das neu formierte Drachenboot-Team der Hamburger Krebsgesellschaft – tritt heute gegen die „Drachenjäger“ des SV Allermöhe an. „Are you ready? Attention! Go!“, ruft jemand. Die beiden Boote setzen sich in Bewegung. Erst langsam, dann immer schneller. Normalerweise passen in ein Drachenboot 20 Personen. Doch in Corona-Zeiten darf nur die Hälfte der Mannschaft an Bord. Vorne an der Trommel und hinten am Steuer feuern die Trainerinnen Susann Ebbeke und Wiebke Retzlaff ihre Paddlerinnen an. Nach etwa zehn Minuten ist das 1500-Meter-Rennen beendet. Die „Hamburg Pinx“ haben haushoch gewonnen und anschließend ist Corona gerechtes Feiern ange- sagt. Danach geht es leider wieder in den Lockdown.

 

So sehen Siegerinnen aus.

 

„Ich bin sehr stolz auf meine Frauen“, erzählt Susann Ebbeke. „Als wir uns im Mai zum ersten Mal im Hamburger Stadtpark getroffen haben, wussten wir nicht, ob wir wegen Corona überhaupt irgendwann aufs Wasser dürfen. Also haben wir die erste Zeit ausschließlich vorbereitende Gymnastikübungen gemacht und die Paddelbewegungen auf einem Rollbrett simuliert, mit dem wir durch den Stadtpark gefahren sind.“ Doch trotz dieser widrigen Umstände war die Stimmung innerhalb der Gruppe von Beginn an überragend und von gegenseitiger Rücksichtnahme und Wertschätzung geprägt. „Bei uns stand von vornherein nicht die Leistung, sondern die Bewegung unter Gleichgesinnten im Vordergrund“, beschreibt Susann Ebbeke die Gruppendynamik. „Jede Frau hat ihren Wert und die Stärkeren unterstützen ganz selbstverständlich die Schwächeren.“

Trainerin Susann Ebbeke simuliert die Paddelbewegungen auf dem Rollbrett.

 

Ende August war es dann endlich soweit: Die „Hamburg Pinx“ durften vom trockenen ins nasse Element wechseln – natürlich unter Einhaltung aller Corona-Auflagen. Eine Teilnehmerin hatte für alle Frauen pinke Team-Masken genäht, die im Boot dann aber abgenommen werden durften. In acht Trainingseinheiten wurden – mit wachsendem Ehrgeiz der Teilnehmerinnen – auf der Alster Technik und Ausdauer eingeübt. Nicht nur die Fitness der Paddlerinnen stieg mit jedem Training, sondern auch die Zuversicht und das Vertrauen in den eigenen Körper.

Sommerliches Training auf der Alster.

 

Klar ist, die Gruppe will weiter machen. Auch für die eigene Gesundheit. Bewegung ist eine wichtige unterstützende Maßnahme in der Krebstherapie. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität günstige Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf haben kann. Speziell das Paddeln im Drachenboot verbessert nachgewiesenermaßen den Lymphabfluss, was vor allem nach Brustkrebsoperationen einen positiven Effekt hat. Auch deshalb führt die Hamburger Krebsgesellschaft im nächsten Jahr – wenn es Corona es zulässt – ihr Angebot des Drachenbootfahrens fort. Nach Möglichkeit starten die „Hamburger Pinx“ dann in ihre zweite Saison.