Mit Schnurrbart gegen den Krebs

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Dank des 2003 in Australien ins Leben gerufenen Aktionsmonats „Movember“ steht auch in Deutschland der November im Zeichen der Männergesundheit. Möglichst viele Männer sollen animiert werden, sich in diesem Zeitraum einen Schnurrbart wachsen zu lassen, um so gemeinsam für ein verstärktes Bewusstsein und die Wichtigkeit von Früherkennungs- bzw. Vorsorgeuntersuchungen bei männerspezifischen Krebserkrankungen zu werben.

Neben der Suizidprävention setzt sich die australische Movember-Stiftung vor allem für die Forschung, Bekämpfung und Prävention von Prostata- und Hodenkrebs ein. Das Ziel der „Movember“-Schnurrbart-Aktionen ist es, von Männern aus dem persönlichen Umfeld auf den neuen Schnauzbart angesprochen zu werden. Das gibt den Bartträgern die Chance, auf die Wichtigkeit von Vorsorge und Früherkennung für die Gesundheit ihrer Geschlechtsgenossen hinzuweisen.

Denn jeder vierte Mann erkrankt im Laufe seines Lebens an Prostatakrebs. Damit ist das die häufigste Krebsart bei Männern. Risikofaktoren sind ein zunehmendes Lebensalter und das gehäufte Vorkommen dieser Krebserkrankung in der Verwandtschaft, es gibt auch eine genetische Disposition. Rauchen und Alkohol erhöhen generell das Krebsrisiko. Darüber hinaus spielen die Ernährung und weitere Aspekte der Lebensführung bei der Krebsentstehung eine wichtige Rolle.

Auch beim Prostatakrebs gilt: je früher der Krebs erkannt wird, desto besser ist er heilbar. Zur gesetzlichen Früherkennung bei Männern ab 45 Jahren zählt das Abtasten der Prostata beim Facharzt einmal pro Jahr. Bei Auffälligkeit werden weitere Untersuchungen durchgeführt, ggf. wird auch der „prostata-spezifische Antigentest“ (kurz: PSA-Test) vom Arzt veranlasst, dieser ist allerdings nicht Bestandteil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms.

Hodenkrebs ist mit schätzungsweise 4200 Neuerkrankungen im Jahr zwar eine eher seltene Krebserkrankung, betrifft aber vor allem sehr junge Männer. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 38 Jahren. Bei Männern zwischen 20 und 45 Jahren ist Hodenkrebs der am häufigsten diagnostizierte bösartige Tumor. Eine gesetzliche Früherkennung gibt es nicht. Daher wird empfohlen, „die Sache selbst in die Hand zu nehmen“ und ab einem Alter von 14 Jahren seine Hoden einmal im Monat abzutasten. Denn Hodenkrebs geht früh entdeckt mit einer sehr guten Überlebenswahrscheinlichkeit einher.

Mit der Kampagne GIB HODENKREBS KEINE CHANCE (checkdichselbst.de) möchten wir noch mehr junge Männer erreichen und von der Hodenselbstuntersuchung überzeugen. Die Landeskrebsgesellschaften aus Hamburg und Schleswig-Holstein werben gemeinsam mit regionalen Sportvereinen für das regelmäßige Abtasten der eigenen Hoden.