Schreibkurse – Resümée

strich

Schreiben – sich ausdrücken
– Gedanken in Worte verwandeln
– sich in Worte verlieren

Schreiben – die Freiheit der Worte spüren
– sich entleeren, Gefühle wahrnehmen, aufschreiben

Schreiben – die Welt um sich herum vergessen
– die Welt ein bisschen bunter werden lassen
– die Seele nach außen kehren

Schreiben – sich und jemand anderem ein Lächeln schenken
– eine Träne verdrücken,
– sich zu verlieren auch wenn es nur für einen Augenblick ist

Das und noch viel mehr ist das Schreiben für mich

Gudrun (Teilnehmerin im Schreibkurs)

Die Hamburger Krebsgesellschaft e.V. fördert in ihren Kursangeboten traditionell auch die kreativen Ausdrucksmöglichkeiten von Krebspatientinnen und –patienten. In 2017 haben wir auch das kreative, poesietherapeutische Schreiben in unser Angebot aufgenommen.
In bereits 2 Workshops und einem 6-wöchigen Kurs haben die Teilnehmenden poetischen Impulsen gelauscht, Gedichte gepuzzelt, vielfältige Texte geschrieben, einander vorgelesen, aufmerksam gelauscht und sich auf ganz persönliche Weise ihren eigenen Gedanken und Worten gewidmet. Dafür ist es nicht notwendig, Vorerfahrungen mit dem Schreiben zu haben. Spielerisch wird im Kurs damit experimentiert, sich mit dem Hier & Jetzt aber auch mit vergangenen Ereignissen und zukünftigen Optionen auseinanderzusetzen.

Aus dem 6-wöchigen Kurs dürfen wir dank der Offenheit einiger Schreibender ein paar ganz besondere Texte vorstellen, die einen ersten Einblick geben, was in einem solchen Schreibkurs alles entstehen kann.
In 2018 sind wieder 2 Workshops (1x Eppendorf, 1x Harburg) und ein Schreibkurs (in Harburg) geplant. Sie sind herzlich eingeladen, sich anzumelden.

Herbsthaikus

Ein Ahornblatt schaun
die bunten Farben;
den Herbst in der Hand.

Mein Herbstspiegelbild,
Spuren des nassen Sommers
Noch mehr graues Haar.

Farbenzauberspiel
trocknet den nassen Sommer;
Trost fürs graue Haar.

 

Phantasie – Wunder –
Ver-antwort-ung
Geboren –

mit einer Fülle von morgen,
dein Wille drinnen verborgen;
willst entdecken
willst hören
willst spüren
willst schmecken –
gespannt auf das Neue
auf das es dich freue,
eine Freude voll Kraft,
die jeden Moment schafft,
und du spürst, du kannst es – das Leben,
zu Fuß auf Erden
und durch den Himmel schweben-
das kommt dir gelegen
und es klingt fast verwegen!
deine Wut, deinen Schmerz damit wegzufegen,
deine Not so zu verwandeln
um morgen mit Zuversicht und Vertrauen zu handeln.
Nicht durch die Zeit unter Verantwortung zu hetzen,
dabei sich -unter Druck- auch andere zu verletzen.
Nimm dein Leben
mit -Liebe- an die Hand,
mit jedem Schritt,
in diesem Gewand.

Autor: Lutzus

 

Ein Haiku

Schmerz, ruft es mir zu!
Schicksal, Schicksal, welch Gefühl –
Leben ein Wagnis.

 

Romantik (ein Akrostichon)

Recht kitschiges Wort.
Oder gedanklicher Ansatz.
Male mir den bunten Herbst aus.
Ansatzweise.
Nicht unschöner als ein mieser Sommer.
Teilweise noch mild und warm.
Insbesondere das schöne Licht.
Kastanien fallen von den Bäumen.

Autorin: Wiebke

 

Hoffnung
Wo ist die Hoffnung – ist die Hoffnung nicht in unserem Leben allgegenwärtig?
Beruht nicht das ganze Sein auf Hoffnung, einmal mehr , einmal weniger?
Hoffnung – was verbinden wir damit?
Hoffnung – was für ein klingendes Wort
Hoffnung – kann ganz gross sein, laut … aber manchmal auch ganz leise und klein
Hoffnung – im Hier und Jetzt, Hoffnung in der Zukunft
Hoffnung – Manche Menschen haben Hoffnung auf ein besseres Leben mit Gesundheit, Familie, Essen und Trinken jetzt, für die Zukunft oder im nächsten Leben, Andere Menschen setzen Hoffnung in materielle Dinge, wann kann ich mir ein neues Auto leisten, wann ein Haus, wann eine Weltreise ?
Wiederum andere Menschen hoffen einfach nur darauf wieder gesund zu werden, in das“normale“ Leben zurückzukehren, wieder die Leichtigkeit des Lebens zu erfahren, Glücklich zu sein ohne Sorgen , ohne Ängste, da zu sein im

Hier und Jetzt, geniessen zu können ohne an Morgen zu denken.
Das alles kann Hoffnung sein … und das ist schön!

Tanze so viel Du kannst
Tanze so viel Du kannst – nicht nur im Sonnenschein, sondern auch bei Regen, besonders bei Regen! Lasse alle Ängste und Sorgen von Dir abfallen. Sei Du selbst im Hier und Jetzt
Tanze so viel Du kannst – Geniesse den Augenblick, freue Dich über Kleinigkeiten und sei es nur ein abendlicher Kakao mit Zimt. Das Leben ist schön, es sind die Kleinigkeiten, die man zu schätzen weiss, die das Leben farbenfroher machen
Tanze so viel Du kannst – Gehst Du eine graue Strasse im November entlang, so male Dir in Gedanken links und rechts Blumen – in knalligen Farben Pink, Türkis, Gelb … das wird Dir ein Lächeln auf das Gesicht zaubern und die Strasse wird dir heller und freundlicher erscheinen – auch an einem grauen, düsteren Novembertag
Tanze so viel du kannst – Gebe niemals die Hoffnung auf, am Ende des Tunnels ist immer ein Licht, gebe diesem Licht mehr Kraft mit positiven Gedanken, farbigen Gedanken, einem Lächeln, mit Freude, mit Zuversicht und Du wirst sehen, alles wird sich zum besseren, zum guten wenden. Halte durch … und vergesse nicht Tanze so viel Du kannst.

Autorin: Gudrun